Achtung, Achtung! Helikopter-Eltern im Anflug

Es gibt viele verschiedene Erziehungstypen. Doch der wohl Herausstechendste ist wohl der der sogenannten Helikopter-Eltern. Diese Spezies scheint in der heutigen Zeit (leider) immer vermehrt aufzukommen. Charakterisiert wird diese Art durch ihre übertriebene Fürsorge. Ständiges „Heititeiti“ um die Kinder machen; das ist der Leitsatz dieser Eltern. Mal davon abgesehen, dass es sich dabei ja nur um die Liebe zum Kind handeln soll, werden die Kinder dieser Eltern schon fast wie Häftlinge überwacht und wie Soldaten gedrillt. Ist ja super, dann bekommt die Bundeswehr bestimmt mal ganz tollen Nachwuchs!

Wie muss man sich das Leben eines so supidupi glücklichen Kindes von Helikopter-Eltern also vorstellen? Ganz einfach: du wirst morgens direkt von Mami zur Schule gebracht. Auch wenn die Schule nur 2 Minuten Fußweg entfernt ist. Könnte ja schließlich was passieren. Ein Verrückter im Gebüsch oder ein umkippendes Straßenschild. Viel zu gefährlich! „Da fahre ich dich lieber schnell“, lautet da eine wichtige Floskel einer Helikopter-Mutter. „Du sollst dir ja keine Influenza Grippe zu ziehen, mein Liebling.“ Natürlich ist diese Sorge im Juni völlig berechtigt. Der Ausdruck “ Ich fahre dich schnell“ jedoch ist eher unberechtigt gewählt. Da sollte sie dann doch wohl lieber sagen: „Ich fahre mit 15 km/h zur Schule, steige aus und mache dir die Tür auf, trage dich aus dem Auto, behalte dich auf dem Arm (damit dir ja nichts passiert), ziehe dir deine Jacke aus, setze dich auf deinen Platz direkt vor dem Pult, packe alle deine Sachen aus, erkläre dir vorab noch einmal was ich in deine Hausaufgaben geschrieben habe und gebe dir dann einen dicken Bussi auf die Stirn und verabschiede mich mit den Worten: “ Viel Erfolg mein kleiner Mausebär! Streng dich an! In den Pausen lernst du und gehst nicht mit den anderen, schlecht erzogenen Kindern spielen! Tschüssi, habe dich liiiieb!“. Danach wird noch schnell einen Abstecher beim Lehrerzimmer gemacht und sich bei dem äußerst inkompetenten Personal über die inakzeptable Notengebung beschwert. Ist ja schließlich der Job des Admins der „Frau Müller muss weg“ Whatsapp-Gruppe sich für Gerechtigkeit einzusetzen.

Währenddessen sitzt dann der Vater Hubert zu Hause und erledigt klein Alexander Amadeus‘ Mathehausaufgaben, damit die mündliche Mitarbeit wieder aufgebessert wird. Mutter Huberta hingegen kocht schon mal ein nahrhaftes, veganes Low Carb Gericht mit Biogemüse, damit der kleine Alexander Amadeus nach der Schule den Flug  (ähm die Fahrt) zum Oboenunterricht gut übersteht. Danach nämlich geht es zum Mutter Kind Ausdruckstanzkurs. Den machen die beiden nicht nur, damit die Beziehung zueinander noch besser wird, denn ist es immer gut wenn man tippitoppi miteinander ist, sondern auch damit der Kleine gut ausgelastet ist und Abwechslung zum Fußball, Ballet und Fechten hat. Schade nur, dass noch kein Krafttraining ansteht, denn das hätte er bitter nötig. Der Schulleiter hat ja nicht letzte Woche erst ein Verbot an die überfürsorglichen Eltern ausgesprochen, weil die Kinder heutzutage viel schwächer sind als früher. Die Eltern sollten die Schultasche nicht mehr bis in den Klassenraum tragen. Aber warum? Soll der Kleine sich ein Bandscheibenvorfall holen? Bitte nicht! Daran erkennt man wieder wie inkompete… RRRING, RRRING… Oh nein! Alexander Amadeus befindet sich 20 Meter von seinem Klassenraum entfernt! Dabei ist die Schule erst in T minus 20 Sekunden zu Ende. Ich muss dahin!

In Windeseile schwirrt die Mutter zu ihrem Jungen. Scheinwerfer an, Standflug und Rettungsleiter voraus! „Alexander Amadeus, Mami macht sich Sorgen! Komm wir fliegen heim. Du hast in 36 Minuten Oboenunterricht! Schnapp die Strickleiter und klettert nach oben! Aber halt! Ich komme dir entgegen!“. Mutter stellt Autopilot ein und trägt ihr Kind die Leiter hoch. Ab geht es wieder in das schöne Eigenheim und danach aber sofort zum Oboenunterricht!

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